21 Aug

Sydney – über und „unter dem Meer“

„Unter dem Meer, Unter dem Meer
wo wär das Wasser besser und nasser

als es hier wär
Die droben schuften wie verrückt
Drum wirken sie auch so bedrückt
Wo hasst man streben, wo lernt man leben- unter dem Meer…“

Wenn ich im Winter immer auf meinem Balkon frühstücken würde, dann würde ich endlich im richtigen Land wohnen. Nach einem gemütlichen Frühstück bei Sonnenschein auf unserem Balkönchen gings ab mit dem Bus Richtung Circular Quay in Sydney. Hier entschlossen wir uns zu einer zweistündigen Rundfahrt um einen kleinen Überblick über die Stadt zu bekommen. Vom Sydney Harbor, indem gerade riesige Kreuzfahrtschiffe ankerten, ging es bei strahlendem Sonnenschein und 22°C unter der Sydney Harbor Bridge entlang Richtung Darling Harbor. Von dort aus an der Oper und Fort Denison vorbei Richtung Taronga Zoo und weiter bis Watson Beach und Manley.

Haie sehen wirklich motzig aus. Zu unseren Sydney Highlights gehörte an Tag drei auch ein Besuch im Aquarium auf Darling Harbour. Die Hauptattraktion sind zwei große Becken durch die man in Glastunneln laufen kann und somit die darin schwimmenden Tieren von Nahem betrachten kann – zu den Größten zählen der Sandtiger- und der Sichelflossen-Zitronenhai und Dugongs.
Der Rundgang führt durch verschiedene Meeresbereiche mit ihren jeweils spezifischen Tieren: das Great Barrier Reef, den Hafen von Sydney, ein Schiffswrack, die Jurassic Sea, die Pinguin Expedition und den Dugong- und den Hai-Rundgang.

Zunächst besuchten wir die netten Meeresbewohner: Nicht gefährlich und auch noch niedlich anzuschauen sind die Dugongs. Diese gehören zu den Seekühen – darunter kann man sich vielleicht eher etwas vorstellen. Mir jedenfalls war der Name bis dato unbekannt, obwohl die Dugongs für den Mythos der Meerjungfrauen verantwortlich sein sollen.
Dugongs sind Vegetarier und mit ca. 80 kg Seegras – im Aquarium Salat – schaffen sie es um die 400 kg Körpergewicht bei ca. 3 m Länge zu unterhalten. Im Sydney Aquarium schwimmen 2 von 6 Tieren, die weltweit in Gefangenschaft leben. Pig und Wuru sind „Findelkinder“, die früh von ihrer Mutter getrennt wurden und im Aquarium aufgezogen wurden. Ihr übliches Verbreitungsgebiet ist der Indische Ozean und der Westpazifik. Es wird erzählt, dass europäische Entdeckungsfahrer die Dudongs nach zu langer entbehrungsreicher Zeit auf See für Frauen mit einem Fischschwanz am Unterleib hielten. Wir haben versucht diesen Blick von der Brücke über dem Becken nachzuvollziehen, aber wahrscheinlich hatten wir ein paar Promille Rum zu wenig in den Adern – Dugong bleibt Dugong, von unten wie von oben.
Daneben geraten andere großartige Tiere, wie der Weißgefleckte Adlerrochen, der ebenfalls hier schwimmt zu Randfiguren.

Im Haifischbecken sieht es ähnlich aus. Die absoluten Stars dieses Aquariums sind der Sandtigerhai und der Sichelflossenzitronenhai – der übrigens genauso schaut, als ob er auf eine gebissen hätte. Mit bis zu 3 Metern Länge ist es sehr imposant, wenn diese Tiere auf dich zu schwimmen und dann über dich hinweggleiten. Gut, dass hier eine Glasscheibe Hai und Mensch trennt, denn auch wenn diese beiden Arten noch nicht die Größten sind, möchte ich doch in freier Wildbahn keinem begegnen.

Bei den Urtieren der Meere begegnete uns ein sehr niedliches, aber leider fast ausgestorbenes Tier – das Axolotl. Eigentlich kommt es nur in 2 Seen in der Nähe von Mexiko- Stadt vor. So bewundernswert und wertvoll für die Forschung ist es, weil es die Fähigkeit besitzt sämtliche Gliedmaßen, Herz und Hirn bei Verwundung oder Verlust zu regenerieren.

Alles in Allem ein lohnender Ausflug, zumal wir von den Winden in Sydney ganz schön durchgepustet und -gefroren waren – mit Kinderwagen kommt man in Sydney nur von roter,Fußgängerampel zu roter Fußgängerampel und steht dann in den sehr zugigen schattigen Häuserfluchten.

Allzeit gute Reise!
Eure

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