26 Aug

Darwin-Litchfield-Loop: Trockenzeit im Northern Territory – von Wasserlöchern, Buschland und Buschfeuern

Darwin – endlich Tropen
Nun sind wir doch noch bei winterlichen Temperaturen in Sydney abgereist und bei wohlig warmen 33°C in Darwin angekommen. Das Fliegen hat wieder einmal wunderbar geklappt – man muss schon sagen, dass uns von Virgin Australia mit Kind wahrlich der rote Teppich ausgerollt wurde: Die lange Check-In-Schlange durften wir dank Überholmanöver ungefähr zehn mal schneller passieren, bei den Sicherheitskontrollen das Gleiche. Beim Boarding waren wir wieder die ersten und als alle zugestiegen waren, wurden wir auch noch in eine freie Reihe für mehr Platz gelotst. So konnte Noah ganz bequem auf dem freien Sitz schlafen und wir den Flug quer über den Kontinent genießen.

Unser Airbnb war wieder ein Glücksgriff, neben der interessanten und luftigen Architektur verfügte es über einen Pool – für ausreichend Abkühlung im Crocoland war also gesorgt.

Darwin ist ein aufstrebendes Städtchen im Norden Australiens, wobei die Menschen hier den Relax tropischer Städte leben. Die Fussgängerzone, der Hafen und die mit Wellenbad neu gestaltete Waterfront sind schon fast das Erwähnenste in Darwin. Kein Wunder, die Stadt wurde 1974 von einem Zyklon vollständig zerstört und dann wieder neu aufgebaut.

Am Sonntag besuchten wir nach unserem Stadtrundgang einen Nachtmarkt am Mindil Beach – eine Mischung aus Fressmeile und „Hippimarktständen“. Wir haben einen Crocoburger probiert und für sehr lecker befunden. Den gibts bestimmt bald noch mal. Pünktlich zum Sonnenuntergang gings an den Strand. Hunderte Leute betrachteten hier gleichzeitig den Sonnenuntergang – romantisch geht anders, aber so skurril hatten wir auch noch keinen Sunset- Platz.

Unser Campervan – zu Hause für drei Monate
Am Montag haben wir endlich unseren Camper bekommen und uns erstmal häuslich eingerichtet. Dazu gehörte auch ein ausführlicher Besuch bei Woolworth bei dem wir von A wie Apple and Pear Babyfood bis Z wie Zafarelli Pasta alles bekommen haben, was wir für die ersten Wochen brauchen. Dazwischen waren auch Leckereien wie Bundaberg Gingerbeer und Marple Sirup als auch durchaus nützliche Sachen wie Citronella Teelichter und Vorratsdosen. Bestens gerüstet ging es also am Dienstag Morgen Richtung Litchfield Nationalpark. Leider hatte das mitgemietete Navi anscheinend noch eine Einstellung für landschaftlich schöne Routen abseits des Highways, sodass wir nun auch Palmerston kennen – so hieß Darwin vor seiner Benennung nach Charles Darwin und ist heute der Name eines Vororts. Das sollte nicht der einzige Makel unseres Wohnmobils bleiben – auf der Liste waren auch schon ein plötzlich heruntergefallener Rückspiegel, das abgefallene Mercedes-Emblem und der verlorengegangene Frischwassertankverschluss.

Litchfield Nationalpark
Nach diesem unfreiwilligen Abstecher und mit einem nun motzenden Kind auf der Rückbank erreichten wir nach eigentlich nicht allzu langer Zeit den Litchfield Nationalpark über die 2WD-taugliche Südeinfahrt via Batchelor. Nur wenige Kilometer nach der Nationalparkgrenze erreichten wir die Magnetic Termit Mounds. Während die Cathedral Termit Mounds überall im Park und im Top End verteilt sind, konzentriert sich eine Ansammlung der perfekt in Nord-Süd-Richtung ausgerichteten Termitenhügel hier im Nordosten des Nationalparks – von Weitem denkt man an eine Gräberanlage.
Da der Mittwoch mit 36°C ein sehr heisser Tag war, suchten wir direkt unseren Stellplatz im Litchfield Nationalpark Safari Camp auf. Der Name war Programm, wie uns ein etwas schrulliger Aussie kurz erklärte: Internet geht nicht, ansonsten alles geschlossen – dazu muss man wissen, dass an der Strasse groß mit Eis, Kiosk, Cafe etc. geworben wird-, sucht euch einen Platz aus. Nun wir fanden das downgrade gar nicht so schlimm. Der Minipool war schön kühl und auch gleich mal doppelt vorhanden, sodass wir wieder zu einer schönen Erfrischung kamen. Dank der wenigen Camper und sonstigen Ausstattung konnte man nach dem frühen Sonnenuntergang gegen 19 Uhr wunderschön die Milchstraße und vorbeihopsende Kängurus bewundern.

Tag 2 im Litchfield war den Wasserfällen und Badelöchern gewidmet. Die Mittagshitze überbrückten wir an den Florence Falls. Über einen Aussichtspunkt mit Blick auf den in mehreren Kaskaden herabstürzenden Wasserfälle gelangt man über knapp 140 Stufen hinab zu einem natürlichen kühlen Pool am Fuße der Wasserfälle – natürlich Krokodilfrei! Den späten Nachmittag verbrachten wir an den Wangi (sprich Wong-gei) Falls. Hier stürzt ebenfalls ein Wasserfall über einen roten Sandsteinfelsen hinab in ein Wasserloch, dass zum Baden einlädt. Über den Tree Top Walk eröffnen sich zudem wunderschöne Ausblicke über das Buschland des Litchfield Nationalpark und die Fledermäuse die oben in den Bäumen hängen – erstaunlicherweise in der prallen Sonne. Wenn auch die Wangi Falls berühmter sind und der Stopp auf jeder geführten Tour, so hat es uns an den Florence Falls viel besser gefallen – gerade weil es individueller und auch idyllischer ist.

Berry Springs
Unseren Ausflug zum Litchfield Nationalpark beendeten wir auf dem Rückweg Richtung Darwin und Arnhem Highway mit einem Stopp in Berry Springs. In dieser kleinen Tropenoase haben sich drei miteinander verbundene Pools in einem Flusslauf ausgebildet. Auch hier lädt das türkisfarbene samtene Wasser ohne Krokodile wiederum zum Baden unter Palmen ein. Daneben haben wir einen Waran am Ufer gesichtet und weiße, mit schwarzen gepunktete Arch Fishes. Der Schützenfisch fängt seine Beute indem er Insekten aus dem Wasser heraus anspritzt, die dann ins Wasser fallen. Er kommt mit dieser Methode ca. zwei Meter weit. Die Begegnung mit der heimischen Python blieb glücklicherweise (Anm. Ulli: leider) aus!
Ursprünglich wollten wir nahe Berry Springs einen Campingplatz aufsuchen, aber ein ausgebrochenes Buschfeuer brannte bis an unseren Fahrweg heran, sodass wir umkehrten und doch Richtung Darwin weiterfuhren und nun am Lee Point ca. 20 km vom Zentrum Darwins entfernt unsere Zelte aufgeschlagen haben.

Lektionen der ersten Camperwoche
Nun hat jeder in dieser ersten Woche so seins gelernt. Noah hat sich im Litchfield Nationalpark das erste Mal alleine aufgesetzt und seine ersten Krabbelversuche unternommen. Ulli traut nun keinem Campervermieter mehr, prüfe stets alles selber, insbesondere den Frischwassertankdeckel. Jule musste lernen, dass man bis zum Sonnenuntergang gekocht und bestens auch schon gegessen hat und geduscht ist – sonst gibt es bei Licht im Camper und offenen Türen Mückenalarm! Das ist schon eine Leistung, wenn es 19 Uhr dunkel wird. Ulli ist anschließend eine Stunde etwas mißgelaunt  durch den Camper gesprintet und hat nach eigenen Angaben mindestens 500 verschiedenartige Insekten beseitigt 🙃.

Eure

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