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Australien ist bekannt als Heimat der giftigsten und gefährlichsten Tiere der Welt. So gibt es hier zu Lande und im Wasser zahlreiche Tiere, an deren Verhalten man sich als Mensch anpassen muss. Darüber hinaus ist die Zahl für uns lästiger fliegender und krabbelnder Tiere immens. 

So haben wir uns und insbesondere auch Noah ständig mit Spinnen und Schlangen an Land sowie Haien, „Blue ringed“ Oktopoden, Cone Shells, Würfelquallen und Stone Fishes im Wasser beschäftigt. Im Norden kamen noch die Leistenkrokodile hinzu. Sehr lehrreich war für Noah in diesem Zusammenhang das Lied „Deadly Animals“ von den Scared Weird Little Guys.

Im Wasser gab es dazu die einfache Regeln „Nichts anfassen.“ und „Schilder beachten“. An Land waren im Busch feste Schuhe und eine umsichtige, vorausschauende Art der Bewegung erfolgreich. Dazu gehörte auch die konsequente Benutzung von Stirnlampen bei Nacht.

Auch verschiedenste Insekten konnten wir mehr oder weniger freiwillig beobachten. Gegen die Moskitos nutzten wir lange Kleidung, ein lokales natürliches Repellent und, wenn es richtig übel wurde, den Rückzug in den Truck mit Fliegennetzen ohne Licht. Letzteres war jedoch nur ein paar Mal in den nördlichen Tropen notwendig. 

Noah‘s Abenteuerlust und Bewegungsdrang führte dann immer mal zu kleineren unangenehmen Begegnungen mit Tieren. Er weiß jetzt, wie schmerzhaft eine Riesenameise, Bull Ant, beißen kann. Oder wie ein ganzes Nest kleinster Ameisen kribbelt. Auch war er ein Magnet für stechende fliegende Insekten. 

Ulli machte die unangenehme Bekanntschaft mit einer glücklicherweise noch kleinen Seewespe, Portugiesische Gallere. Seine Birkenstock Latschen aus Leder fanden einen Fan in Form eines Dingos, der genüsslich darauf herum kaute. 

Neben diesen Begegnungen trafen wir sehr viele in Australien lebende Tiere durch Zufall oder gezielte Beobachtung in ihrem natürlichen Umfeld an, ohne dass wir uns gegenseitig störten. So sahen wir Säugetiere wie Wasserbüffel, Dingos, Kängurus, Wallabies, Bandicots, Possums, Tasmanian Devils, Wombats und Vögel wie Trappen, Kokaburas, Papageien, Adler, Jabirus und Flötenvögel und Reptilien in jeder Größe sowie Meerestiere wie Pinguine, Robben, Delphine, Schildkröten, Riffhaie, Rochen jeder Größe, Fische jeglicher Form und Farbe, Muränen, Seeschnecken und noch viele viele mehr.

Säugetiere

Vögel

Reptilien

Meerestiere

Auf kleinste Lebewesen wie Bakterien in Stomatolithen und Amöben im Wasser wurde hingewiesen. Letztere verhinderten unser Eintauchen ins kühle Nass in Ellendale Pool, WA zu Noah‘s Ärger.

Schließlich kam es aufgrund von unübersichtlichem Einparken und Auspacken auf dem Campground Mataranka Homestaed doch noch zu einer gefährlichen Begegnung. Wir haben den Truck unmittelbar hinter einem großen Stein geparkt und dann das in eine Hülle verstaute Surfbrett an den Stein gelehnt, zusätzlich haben wir unsere Campingmöbel eng in den Schatten gestellt, der durch den aktuellen Sonnenstand ebenfalls im Bereich des vorderen Teils des Trucks entstand. So wurde es dort sehr eng und Noah konnte die Schlange unter dem Surfbrett, die sich offenbar bedrängt fühle, nicht sehen. Ein Schlangenbiss!

Der Biss war sehr schmerzhaft, hatte zwei Einstichstellen und versetzte uns in Sekunden in absolute Alarmstimmung. Die Folge war: Bandage anlegen, Ruhig stellen, Truck einräumen, nächste Bush Clinic rausfinden, was Dank unserer hilfsbereiten Nachbarn sehr schnell ging, Transport im Truck dorthin, Untersuchung und Kontakt zu einem gifterfahrenen Pädiater in Darwin durch die anwesende Schwester, Entscheidung gegen Flug nach Darwin, aber zum Transport ins Katherine Hospital – 100km – per Ambulance, Rendezvous mit weiterer Ambulanz auf der Hälfte, Ulli im Truck hinterher mit der Absprache bei Verschlechterung des guten Zustandes anzuhalten, Aufnahme auf der A&E (Accident & Emergency) Station, immer wieder Blutabnahmen und neurologische Kontrollen, langsame Entwarnung und Verlegung auf die bestens ausgerüstete Kinderstation, dabei durchgehend Kontakt zum supervidierenden Kinderarzt in Darwin. Nach 24 Stunden war endgültige Entwarnung und Entlassung mit einem blauen Fuß ohne weitere Folgen. Es war höchstwahrscheinlich eine Giftschlange, die in Bedrängnis einen Warnbiss abgegeben hat.

Allen unseren freundlichen und liebevollen Helfern und vor allem Gott sei Dank!

Da wir in Europa keine Praxis mit Schlangenbissen haben, es aber in Australien zum Erste-Hilfe-Wissen dazugehört, hier noch einmal zusammenfassend die Erst-Maßnahmen bei Schlangenbiss:

  1. Schlange wegkriechen lassen, Aussehen merken oder fotografieren. 
  2. Nach Biss sofort hinlegen, nicht mehr bewegen. Das Gift verteilt sich entlang der Lymphbahnen.
  3. Bissstelle sichten. Zwei Bissmarken und starke Schmerzen sprechen für eine Giftschlange. Fotografieren.
  4. Breite Bandage (wenn möglich 15cm) anlegen. Komplettes Bein oder kompletten Arm von außen zum Körper hin wickeln. Nicht zu lose nicht zu fest, zwei Finger sollten noch drunter passen. Spezielle Bandage in Snake-Bite-Kits – diese sind für kleines Geld zu kaufen und gehören unserer Meinung nach in jede Erste-Hilfe-Tasche – haben Markierungen, damit man richtig wickelt.
  5. Bissstelle außen markieren, Bandage erst im Krankenhaus lösen lassen.
  6. Möglichst schnell Notruf 000 wählen und Transport ins Krankenhaus veranlassen. Dabei NICHT bewegen. Auf schnellste Transportart drängen. In remote Areas zwischen Eigentransport, Krankenwagen und Hubschrauber abwägen.
  7. Wenn die Bissstelle blutet, 30 Sekunden bluten lassen. Nicht auswaschen. Das würde einen späteren Abstrich unmöglich machen.
  8. Auf erste Symptome achten: Übelkeit, Erbrechen, Benommenheit, Nervenausfälle im Gesicht, z.B. hängendes Oberlid, Muskelschwäche. (Hier die Gabe von opiathaltigen Schmerzmitteln gut abwägen, da sie das Reaktionsbild verschleiern.)

Gut zu Wissen: Schlangen beißen oftmals einen Warnbiss ohne Gift. Aber: Nicht darauf verlassen! Giftnotruf Australien: 13 11 26, mit dem Mobiltelefon erreichbar. Informative Webseite: www.poisonsinfo.nsw.gov.au

Allzeit gute Reise!