30 Mrz

Rückblick: Skiurlaub in den französischen Alpen – eine Geschichte von Pleiten, Pech und Petrus

„Wir stehen an einem Berg unterhalb der Gondel von St. Martin de Belleville. Ein LKW vor uns muss wegen Fußgängern anhalten und kommt beim Anfahren ins Rutschen. Die Reifen des Wagens vor uns drehen ebenfalls durch bei dem Versuch wieder anzufahren und dem LKW auszuweichen. Dann scheint das hintere Rad von der Achse zu springen. Der Autofahrer hinter uns verliert die Nerven und will die Szene überholen während Ulli mit Noah in unserem Mietwagen gerade in die Zielstrasse die Rue des Grangeraies einbiegen möchte. Aufgrund der Glätte kommt er nur in Zeitlupentempo voran. Ich sehe vor meinem inneren Auge wie die Autos ineinandercrashen. Schreiend und wild gestikulierend renne ich über die Straße um das Schlimmste zu verhindern. Plötzlich schreien sich der andere Autofahrer und ich uns an – er auf französisch, ich auf deutsch…“

Anreise nach St. Martin de Belleville – 1. Versuch

Was sich anhört wie ein schlechter Traum, war der Beginn unseres letzten Skiurlaubs zu Silvester.
Mitten in der Eifel in der Nähe von Bittburg auf dem Weg nach Contrexville unsrem geplanten Zwischenstop auf dem Weg nach St. Martin de Belleville sind wir mit unserem frisch reparierten Auto erneut liegen geblieben. Was für ein Pech. Aber es sollte noch schlimmer kommen. Die von uns angesteuerte Werkstatt stellte sich sowohl als unfähig heraus unseren Wagen zu reparieren als auch uns einen Mietwagen zur Verfügung zu stellen – trotz vertraglicher Garantien unseres Autoherstellers. Was für eine Pleite! Nach dreistündiger Warte- und Verhandlungszeit in der Werkstatt – und das alles mit einem zunehmend genervten Kleinkind – entschieden wir uns dann doch Hilfe bei den „Gelben Engeln“ anzufordern. Dank unserer ADAC Plusmitgliedschaft ging dann alles ganz einfach, nur wegen der Zeitverschwendung in der Werkstatt und dem mittlerweile heftigem Schneefall dann nicht mehr ganz so zeitnah.

Anreise nach St. Martin de Belleville – 2. Versuch

Nach einer Nacht im romantisch verschneiten Bitburg, konnten wir am nächsten Mittag von Trier aus mit unserem Mietwagen doch noch unsere Urlaubsfahrt fortsetzen, während unser Auto die Heimreise zu unserer Vertragswerkstatt in Viersen antrat. Wir waren also wieder im Rennen. Unsere Freunde hatten sich mittlerweile schon bis Frankreich durchgeschlagen und auch wir waren guter Dinge nun doch noch ohne größere Verspätung im Skiort einzutreffen. Doch wir hatten diesmal die Rechnung ohne Petrus gemacht, der schon einen Tag zu früh für den bestellten Tiefschnee auf den Pisten sorgte.
Während wir stündlich von den anderen über die Staulage ins Tal auf dem Laufenden gehalten wurden und wir mittlerweile alle Alternativrouten quer durch die französischen Alpen ermittelt hatten, beschlich uns dann am Lac de Annecy doch das Gefühl, das wir das nicht mehr schaffen würden. Ab Albertville bis Moutiers staute es sich auf einer Strecke von 28 km. Die Polizei hatte alle Alternativen durch die Berge wegen Lawinengefahr gesperrt. Viele Reisende steckten seit Stunden fest – zu dem normalen Wahnsinn an An- und Abreisetagen kamen mehrere Unfälle auf der Hauptstrecke, dazu noch Schneechaos. Mittlerweile wurde über das Radio von Weiterreisen auf der Strecke abgeraten. Die Urlauber wurden zu Notunterkünften in Turnhallen umgeleitet.
In dem Moment entschieden wir uns dann doch noch eine Nacht unterwegs zu verbringen und buchten schnell noch eines der nur noch wenigen verfügbaren Zimmer am Lac de Annecy.

Anreise nach St. Martin de Belleville – 3. Versuch

Am Sonntagmorgen, nun noch zusätzlich mit einer ordentlichen Portion Galgenhumor ausgestattet, machten wir uns nun also zum dritten Mal auf den Weg nach St. Martin de Belleville. Unsere Reisegruppe hatte es tief in der Nacht doch noch geschafft bis ins Tal vorzudringen. Die Sonne schien, die Straßen waren frei und wir kamen gut voran. Kurz vor unserem Apartment wollte uns das Schicksal aber wohl doch noch einmal herausfordern. Die Straßen in St. Martin de Belleville waren zwar geräumt, aber spiegelglatt, sodass wir kurz vor dem Ziel doch noch fast gescheitert wären.

Zum Glück ging alles gut und Ulli stand keine 2 Stunden später doch noch auf den Skiern und ist den Hang hinabgesaust, während ich mit Noah in der Kraxe eine erste Ortserkundung zu Fuß unternommen habe.

Momentan sitze ich wieder auf dem Weg ins Skigebiet gemütlich im Le Petit France in Straßburg und Blicke etwas entspannter auf diese letzte Anreise. Momentan scheint alles nach Plan zu laufen. Nach zwei Tagen Straßburg werden wir unsere Reise nach Nendaz fortsetzen und unser Chalet beziehen. Wir freuen uns schon und können es kaum erwarten die Pisten zu erkunden!

Eure

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