03 Dez

Perth – der große „Endgegner“

Wir hatten Angst, solche die für Bauchgrummeln  und einen Kloß im Hals sorgt. Wir hatten Angst vor einer Millionenstadt, vor unserer allerletzten Etappe, vor unserem Abreiseort aus Australien. Vor Perth.

Und dann hat Perth gewonnen oder wir oder wir beide? Perth hat sich in unserer Herz geschlichen und wenn wir jemals nach Australien auswandern – was in unseren Träumen gar nicht so abwegig klingt – dann wohnen wir in Freo (Fremantle) bei Perth.

Unser Quartier für die letzen Tage hatten wir am Woodman Point im Stadtteil Munster aufgeschlagen – auch schon ein kleiner Gruß der Heimat, wenn auch dieses Munster einen Zugang zum Meer und Strand besitzt. Von hier aus haben wir nun Perth erkundet:

Tag 1, 3 & 5 – „Der Beach ruft! – Relax-Time am City Beach

Nachdem wir einige Rankings der besten Beaches in Perth im Internet befragt hatten, wollten wir uns eine eigene Meinung über die besten Strände in Perth bilden. Da wir ganz im Süden am Woodman Point wohnten, haben wir die strandnahesten Straßen nach Norden gesucht und an vielen Punkten über die Düne geschaut um unseren Wohlfühlstrand zu finden. Das erste, was auffällt, ist, dass die komplette Küstenlinie – von einem kleinen Abschnitt militärischer Nutzung und dem Hafen in Freo abgesehen – unverbaut ist. Überall hat also jedermann freien Zugang zum Strand. Vom Strand selber blickt man auf die Düne, die dahinterliegende Strasse und die ein- bis zweigeschossigen (Privat!)-Häuser sieht man nicht. Unglaublich, wenn man bedenkt, dass in Perth knapp 1,7 Millionen Menschen leben und in Europa so gut wie jede schöne Küstenlinie von Hotels dominiert wird. Die einzigen strandnahen Gebäude gehören zu den Surf Life Saving Clubs oder der ein oder anderen sparsam verteilten Bar.

Unser persönlicher Favorit war der City Beach. Weit hinausschwimmen kann man hier zwar nicht, aber das ist in Australien sowieso nicht so angesagt, wenn kein schützendes Riff oder Hainetz vorhanden ist. Aber man kann hier entspannt Sonne tanken, Kaffee trinken, lecker Essen und Aussies schauen, die unverständlicher Weise zu Hauf morgens nicht arbeiten oder in der Beachbar ihre Meetings abhalten – hach, was gäbe ich für eine Dienstbesprechung in Perth am Strand!- oder nachmittags mit ihren Kindern an den Strand kommen, hier Freunde treffen oder um Sport zu treiben. Eben: The Australien Way of Life.

Tag 2 – Das Mallorca Perth’

Da man sich manchmal den Massentourismusphänomenen nicht ganz entziehen kann, haben wir auch Rottnest einen Besuch abgestattet. „Rotto“ liegt ca. 19 km vor der Küste Perth’ und ist stündlich durch mehrere Fährgesellschaften erreichbar. So gut wie alle Besucher fahren auf dieser Insel Fahrrad, da sie autofrei ist. Wir haben uns für den stündlich verkehrenden Hop-On Hop-Off Bus entschieden und den schwitzenden Radlern – denn flach ist die Insel nicht – zugeschaut, wie sie mehr oder wenig zügig auf der Inselumrundung unterwegs waren. Wir haben 2 Badestops eingelegt, die wir zuvor schon von einem netten australischen Rentnerpärchen empfohlen bekommen hatten: Salmon Bay („Not little Salmon Bay!“) und The Basin. Hier kann man auch mit Kindern im seichten Wasser schwimmen, schnorcheln und noch einmal der Korallen- und Fischdichte des Ningaloo Reef hinterher trauern. Am Basin und auf dem Weg zurück zum Fähranleger haben wir dann auch Quokkas gesehen, die hier auf Rottnest auch tagsüber zu sehen sind, da die Tiere hier auch entgegen ihrer Gewohnheit Tags aktiv sind um von den Besuchern Nahrung zu erbetteln. Quokkas kommen aus der Familie der Kängurus, sehen aus wie eine Mischung aus Känguru, Ratte und Eichhörnchen und sind ungefähr kniehoch.

Auf Rottnest kann man auch übernachten, was anscheinend auch von den Australiern gerne übers Wochenende als kleine Auszeit gemacht wird, jedenfalls herrschte in der Feriensiedlung, die wir auf dem Weg zur Fähre querten eine Stimmung zwischen Apres Ski Party und Junggesellinnenabschied.

Tag 4 – E-Shed Markets in Freo

Neben dem Fähranleger des Rottnest Express am B-Shed, befinden sich die E-Shed Markets. Hier haben wir noch ein paar Souvenirs geshoppt – natürlich Eltern-Kind-Australien-Fan-Shirts – und wieder einmal lecker gegessen. Diesmal israelisch-palästinensische Küche. Zu unserem Shakshuka hat ein Duo aufgespielt, wie wir später erfahren haben ein Hamburg-Münchner-Pariser Pärchen mit australischen Wurzeln, die das Hamburger Nieselwetter keine Sekunde vermissen. Unvorstellbar!

Der Stadtrundgang in Fremantle zeigte uns eine der ersten Siedlungen in Australien, die heute eine relaxte Stadt mit schönen, alten und neuen Häusern, Museen, einer Universität, netten Restaurants und Cafes und einem aktiven Strassenleben ist. Das geschlossene Gefängnis, heute zu besichtigen, sagt genauso etwas über die Geschichte der Siedlungs- und Stadtentwicklung im Großraum Perth aus, wie der Hafen und das Rundhaus, eins der ältesten Gebäude Westaustraliens.

Tag 6 – Wir feiern Abschied im Kings Park

Einen würdigen Rahmen für unseren Abschied von Perth und von Westaustralien fanden wir im Kings Park mitten in Perth. Zum Einen bietet der Park einen wunderschönen Ausblick auf den Swan River und den CBD von Perth, zum Andern wandelten wir noch einmal durch alle Landschaften, die wir in den letzten drei Monaten bereist hatten. Neben den vielen Pflanzen, die hier aus ganz Australien zusammengetragen sind -unter anderem wurde ein Boabtree, der wegen einer Brückenbaustelle weichen musste, quer durch Westaustralien transportiert und hier wieder eingepflanzt-, ist ein kleines Highlight des Parks die Tree Top Walkway Glassbridge, ein Minibaumkronenpfad durch alte Marris.

Schweren Herzens, aber mit der Gewissheit wieder zu kommen treten wir von hier aus den Weg nach Hause an – Westaustralien ist ja nicht aus der Welt, es sind ja nur 19 Stunden!

Allzeit gute Reise!
Eure

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