03 Aug

Unser Wohni

Nachdem ich in den letzten Artikeln noch über unsere Pfingstwoche im Iran berichtet habe, könnt ihr nun wieder aktuelle Berichte über unsere Wohnwagentour durch die Schweiz, Norditalien und Frankreich lesen. 

Ich dachte, jetzt habe ich die höchste Stufe der Spießigkeit erreicht. Wir haben uns einen Wohnwagen gekauft. Er erfüllt alle Kriterien, die wir uns auf unseren langen Reisen mit gemieteten Wohnmobilen immer erträumt hatten. Und dennoch ist es etwas ganz anders in Australien über den nahezu leeren Highway zu fahren oder in Deutschland mit geradeso 80 km/h hinter einem LKW herzutuckern – selbst mit 100er Zulassung. Die gilt ja nur in Deutschland und sonst hat jedes Land so seine eigenen Gesetze zum Tempolimit für Gespanne.

Aber das Nomadenleben mit Wohnwagen hat auch eindeutig seine schönen Seiten – gerade für Kinder. Und daher haben wir uns auch entschieden unsere nächsten Touren erst einmal ohne lange Flugstrecken zu gestalten.

Aber wie findet man in dem großen Angebot an Zelten, Dachzelten, Wohnmobilen und Wohnwagen das richtige Gefährt für die Reise? Auf unseren letzten Reisen mit gemieteten Autos und Wohnmobilen sind uns immer wieder Dinge aufgefallen, die wir besonders praktisch fanden, aber auch viele Dinge, die wir uns gerne anders gewünscht hätten.

Kriterien für die Caravanwahl

Hier unsere Kriterien zur Auswahl unseres mobilen Ferienheims. Vorab, wir haben uns für einen Wohnwagen entschieden. 

Zum Einen wollen wir gerne herumreisen und dennoch vor Ort mobil sein um kleinere Ausflüge zu machen. Dafür wollten wir nicht jeden Tag erst alles wegräumen und sicher verstauen, wie es in einem Wohnmobil oder Dachzelt der Fall ist. Auf der andern Seite sollte der Wohnwagen nicht zu groß sein, da wir schon eher touren und täglich bis alle paar Tage den Standort wechseln wollen. Aber auch in Südeuropa und in den Bergen wollten wir unterwegs sein können und da kommt es auf die Gespannlänge an und das Gewicht, das die Zugmaschine fortbewegen muss.

Gegen ein Zelt sprach aus unserer Sicht, dass es länger dauert, bis alles auf- und abgebaut ist und man braucht für das Zelt und alles Zubehör viel Stauraum im Auto. Nach Ankunft ist im Wohnwagen nach 10 Minuten alles aufgebaut und eingerichtet, abfahrbereit sind wir in ca. einer halben Stunde.

Zum Anderen war uns wichtig auch im Urlaub erholt zu schlafen, daher kam nur ein Wohnwagen mit Festbett in Frage. Wir wollten nicht auf den zusammengestückelten Polstern einer Dinette liegen und ggf. jeden Tag unsere Betten neu bauen. Das bedeutet auch wir brauchen eine zweite Dinette, die dann bei schlechtem Wetter genug Komfort bietet, aber auch genauso leicht in ein Bett für Noah umgebaut werden kann. Der Rest des Platzes sollte möglichst schlau als Stauraum ausgenutzt sein. Apropos, durch das Festbett ist Stauraum ohne Ende da.

Ansonsten haben wir uns zwar für ein kleines Bad mit Nottoilette – irgendwann steht bei uns ja auch noch das Thema trocken werden von Noah an – aber gegen eine Dusche entschieden. Richtiges Duschvergnügen stellt sich in den kleinen Campingduschen eh nicht ein, außerdem sind die Bäder für unsere Größen eh immer zu klein und wir wollten diese Nässequelle nicht im Wohnwagen haben. Die Ausstattung der Campingplätze in Europa ist da sowieso viel besser und wenn man doch mal frei stehen sollte, dann reicht auch das Waschbecken oder der Sprung ins Meer, wenn vorhanden.

Unsere Wahl nach vielen Recherchen und Befragungen fiel auf den Eriba Troll Touring 550 GT mit Festbett. Nach einer Besichtigung dieses Modells stand sehr schnell fest, dass er alles das bietet, was wir uns wünschten und wir keine Abstriche machen müssen. Jetzt sind wir schon 2 Wochen. mit unserem Wohni unterwegs und bis jetzt sind uns noch keine Nachteile aufgefallen.

Der Eriba Troll Touring 550 GT

Im Gegenteil, wenn ich am Campingplatz so nach rechts und links schaue, bin ich mit unserer Entscheidung sehr zufrieden. Was die Spießigkeit des Camperlebens anbelangt ist nach oben dann doch noch einiges an Luft und wir sind mit unserem Retromodell des Caravans dann auch schon eher ein Hingucker und gehören zu den lässigen Wohnwagenbesitzern.

Inklusive Deichsel misst der Wohnwagen 5,79 m, durch sein Pop-Up-Dach hat er in fahrbereitem Zustand eine Höhe von 2,26 m, am Stellplatz haben wir mit angehobenem Dach 1,90 m Stehhöhe im Wohnwagen. Im Heck befindet sich ein Festbett, ich habe durch das große Heckfenster das Gefühl im freien zu schlafen und zudem je nach Stellplatz tolle Ausblicke. Daran angeschlossen befindet sich eine kleine Küche mit Spülbecken, Gasherd und Kühlschrank. Gegenüber liegt ein kleines Bad – was bei uns als Dreckwäschekammer und Schwimmklamottenaufvewahrung genutzt wird. Im Bug befindet sich eine Dinette und ein geräumiger Kleiderschrank unter dem sich auch die Heizung befindet. Momentan bauen wir aus der Dinette noch kein Bett für Noah, da wir noch befürchten, dass er herausfallen könnte. Er schläft nachwievor in seinem kleinen Popup-Bett, dass wir schon mit in Australien hatten in der Lücke zwischen den beiden Sitzbänken. Der Tisch kann über eine Schiene außen am Wohnwagen befestigt werden, sodass er bei schönem Wetter sowieso immer draußen unter dem Sonnensegel steht.

Nach der Ausstattung mit einigen praktischen Helfern für den Campingalltag – Sonnensegel, Batterie für den Autarkbetrieb und Mover, Zusatzwasserkanister, Tisch und Stühle und dann der ganze Kleinkram, der nunmal in einen Camper gehört, ging es bei großer Hitze los Richtung Schweiz mit einer ersten Übernachtung in Klingbachtal bei Karlsruhe um nach 7 Monaten Camperpause wieder im Campingleben anzukommen und auch ein Gefühl für das Fahren mit Wohnwagen zu bekommen. 

Außerdem diente diese kurze Etappe als letzter Check, ob wir an alles gedacht haben und gut ausgerüstet sind in unserem ersten eigenen Wohnwagen oder „Wohniiii“, wir Noah ihn immer nennt.

In diesem Sinne, allzeit gute Reise!

Eure

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