28 Okt

#Unescowelterbestätten und bedeutende Architekturdenkmäler Zyperns #Pafos #Ägypter, Römer, Türken

Zypern hat alles zu bieten, was die Menschheitsgeschichte bisher schreibt. Es wurden Funde aus den Stein- sowie Metallzeiten – die Insel ist reich an Kupfervorkommen – gemacht. Bis zur Republik Zypern  folgte eine lange Zeit Zyperns unter vielfältiger Vorherrschaft: Es reihten sich aneinander die Epochen der ägyptischen (560-540 v. Chr.), persischen (525-333 v. Chr.), griechischen (325-58 v. Chr.), römischen (58 v. Chr. – 647 n. Chr.), arabischen (647-965), byzantinischen (1185-1191), fränkischen (1192-1489), venezianischen (1489-1571), türkischen (1571-1878) und letztendlich der britischen Vorherrschaft (1878-1960), bevor Zypern 1960 zur Republik wurde, die seit 1975 in einen türkischen Norden und eine griechischen Süden geteilt ist. 

Aus diesen vielen prägenden Einflüssen sind zahlreiche Kulturschätze auf der Insel zurückgeblieben. Eine hohe Konzentration aller dieser Epochen und kultureller Einflüsse findet man in Pafos. Die Königsgräber aus der Zeit der Ptolemäer und die Mosaike im Archäologiepark aus römischer Zeit zählen zu den bedeutendsten Architekturdenkmälern Zyperns, die Ausgrabungen im Archäologiepark gehören seit den 1980er Jahren sogar zu den Unescowelterbestätten. 

Königsgräber ohne Könige – bedeutendstes Architekturdenkmal Zyperns

Seit 294 v. Chr. gehörte die Insel Zypern zum ägyptischen Reich des Ptolemaios. In diese Zeit fällt auch der Ausbau von Nea Paphos (Neu Paphos), dass die Griechen bereits zum 15 km westlich der ursprünglichen Stadtanlage liegenden Hafen verlegt hatten, zu einer prächtigen Provinzhauptstadt. Die fälschlicherweise als Königsgräber bezeichneten Grabanlagen zeugen von dieser Epoche. Es wird davon ausgegangen, dass hier nicht die Pharaonen selber sondern hohe Verwaltungsbeamte des Pharaos begraben wurden. 

Hier auf Zypern handelt es sich um unterirdische Grabhäuser, die wir ein römisches Wohnhaus angelegt waren. In der Mitte der Anlage befindet sich ein Atrium, von dem aus die Grabkammern angelegt waren. In diesen Grabkammern sind einzelne Nischen für die Bestattungen der Toten in Holzsärgen angelegt. Grabanlage 3 und 4 sind sehr gut erhalten und repräsentieren sehr gut den Aufbau und die Anlage dieser Gräber. Über eine Steintreppe gelangt man in die unterirdischen Grabanlage, wobei das Atrium heute offen und die Gräber heute leer sind.

Unescowelterbe Archäologiepark – Ausgrabungsgelände römischer Villen

Der Archäologiepark umfasst heute gut ein Drittel der antiken Stadt. Etliche Grundmauern der Gebäude sind bereits gänzlich oder teilweise freigelegt. Die größte der Villen mit fast 10 000 m2 ist das Haus des Provinzstatthalters Theseus. Bei allen anderen Gebäuden ist nicht bekannt, wem sie gehörten. Heute sind sie nach Gestalten der Mythologie benannt, die auf den detailreichen Bodenmosaiken gefunden wurden. So sieht man im Haus des Aion im Zentrum des Mosaiks, das 5 Szenen zeigt, Aion, den Gott der Zeit und im Haus des Dionysos den Gott des Weins sowie das Haus des Sängers und Dichters Orpheus.

In direkter Umgebung der Kulturdenkmäler – Türkisches Fort und Grotte der Solomonis

Auf dem Weg zum Archäologiepark liegt die Grotte der heiligen Solomoni. Hier lohnt sich ein kurzer Zwischenstopp. Die Jüdin Solomoni kam beim Makabäeraufstand 166 v. Chr. ums Leben. Sie wurde anschließend als Märtyrerin – später auch von Christen – verehrt. Angeblich kann sie Augenleiden heilen, daher knoten Gläubige Tücher als Bittgebet an den Baum über der Grotte – hieran erkennt man auch den unscheinbaren Treppenabgang in die Grotte hinein.

Direkt gegenüber zum Archäologiepark steht das türkische Fort, das Teil der Befestigungsanlage von Pafos war. Für einen Rundblick auf die Stadt und den kleinen Hafen lohnt sich der Weg über die kleine Brücke in das Fort, das als Gefängnis diente und der Aufstieg auf die Balustrade, auf der einst türkische Soldaten Wache hielten.

In den Restaurants an der Hafenkante ist auch der richtige Platz eine zyprische Spezialität zu probieren: Soupies, fangfrische Tintenfische, die man mit Ink, also der Tinte isst. Achtung! Ich selber habe die Prozedur unfallfrei gemeistert, bis Ulli seinen letzten Soupie anschnitt und die ganze Tinte auf der gegenüberliegenden Tischseite, mir und Noah landete. Es war dennoch köstlich!

Allzeit gute Reise!

Eure