01 Nov

„Ganz Australien IST ein Nationalpark.“*

(*Zitat eines auskunftfreudigen & reisebegeisterten Australiers)

Mit dem Kalbarri Nationalpark beginnt unsere Reise Richtung Perth und weiter in den Süden. Hier sind die Nationalparks wie Perlen auf der Kette am Highway oder nur wenige Kilometer entfernt aufgereiht. Wir kommen also täglich an Nationalparks vorbei, manche sind nur so klein wie die Pinnacles Desert von 4 km2 im Nambung Nationalpark (175 km2) – ungeachtet der Größe, sind die Pinnacles aber weltweit berühmt.
Mit 1830 km2 ist der Kalbarri Nationalpark da schon um einiges größer und hält zahlreiche Routen bereit, auf denen wir uns den Park und seine schönen Aussichten auf den Höhen und Ab- und Aufblicke in den Schluchten erwandert haben.

Von unserem Basislager, dem Murchison Caravan Park, aus haben wir einen Tag lang den Küstenabschnitt des Nationalparks erkundet. Auf der nur 12 Kilometer langen Küstenstraße zweigen immer wieder Wege zu Parkplätzen ab, von denen aus man zu Aussichtspunkten und Wanderungen über die Steilküste gelangt. Besonders im Gedächtnis geblieben sind der Red Bluff – dunkelrote Sandsteinstufen gehen ins türkisblaue Meer über, das hier in weißen Wellen anbrandet-, die Wanderung zum Mushroom Rock und durch das Rainbow Valley mit seinen spannenden Gesteinsformationen und Farbenspielen in Weiß, Gelb und Rot sowie die Aussicht zum Island Rock, einem solitär vor der Küste stehenden Fels um den herum bei unserem Besuch eine Delphinschule auf Jagd war.
Nicht mehr zum Nationalpark gehörig, aber nur wenige Fahrkilometer entfernt liegt der Pink Lake – eigentlich heißt er Hutt Lagoon. Aber je nach Lichteinfall schimmert das Wasser rosa bis pink aufgrund der in ihm lebenden Dunaliella Salina Algen. Auf unserer Erkundungsfahrt haben wir am Seeufer BASF entdeckt – kein Wunder, denn die Alge wird als Lebensmittelfarbe, Betacarotinquelle und Vitamin A-Quelle kommerziell genutzt.

In den folgenden Tagen haben wir dann den Binnenlandteil des Kalbarri Nationalpark erkundet: Am Z-Bend durchläuft der Murchison River, der den Nationalpark durchfließt eine z-förmige Schlucht, die durch ihre Form beeindruckende Blicke in die Schlucht frei gibt. Durch einen Einschnitt sind wir dann über kleine Plateaus, Geröll, große Gesteinsbrocken und Leitern zum Murchison River abgestiegen. Das Gestein weist die übliche Rotfärbung auf, jedoch sind die Schattierungen je nach Region immer ein wenig anders Rot. Hier im Kalbarri Nationalpark gibt es Aufschlüsse, an denen man verschiedene übereinander abgelagerte Sandsteinschichten aus Abfolgen von weißen, gelben und rostroten Sanden betrachten kann.

Eine zweite Wanderung führte uns zum Nature Window – einer Gesteinsbrücke auf einem schmalen Kamm, durch das wir schöne Blicke auf Schlucht und Fluss hatten. Von hier aus haben wir uns auf den 8 km langen Loopwalk begeben – unsere bisherige Rekordstrecke mit Noah in der Kraxe. Auf den ersten 3 Kilometern führt der Weg am oberen Rand der Schlucht entlang und über einen sanften Abstieg erreicht man das Flussbett des Murchinson River. Dann wird es kniffelig: Über die Sandsteinüberhänge am Schluchtrand mussten wir uns teils balancierend, teils kletternd einen Weg suchen. Nach rund 500 Metern erweitert sich dann die Schlucht und gibt einen bequemen Wanderweg am Flussufer frei. In den letzten 2 Kilometern heißt es dann durchhalten! Zunächst überquert man eine Sandbank mit tiefen Sand, der das Laufen erschwert und schließlich muss man noch Richtung Nature Window über einen steilen Anstieg aus der Schlucht wieder hinausklettern.

Da es in der Schlucht bis zu 10°C heißer werden kann als oberhalb, sind wir extra früh gestartet und waren zur Mittagszeit mit unserem Sportprogramm schon fertig, dennoch völlig erledigt ob der Sonne und Hitze. Noah hat in seiner Sänfte auf Ullis Rücken wiedermal die Hälfte des Weges – ausgenommen der Mahlzeiten, das ist ihm schon wichtig 😉 – verschlafen und uns dann am Nachmittag noch auf dem Spielplatz auf Trapp gehalten. So muss das sein!

Von hier aus geht es weiter Richtung Süden zum Nambung- sowie Yanchep-Nationalpark und damit auch in eine gefährliche Nähe von Perth. Das Ende unserer langen Reise winkt – wir werden schon langsam sentimental. Nun, drei Wochen Zeit zum Verabschieden haben wir noch.

Allzeit gute Reise,
Eure

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