22 Okt

Die Langsamkeit des Seins

Gestern sind wir von Düsseldorf aus nach Paphos auf Zypern in den Urlaub geflogen. Doch dank der neuen Langsamkeit am Düsseldorfer Flughafen wäre das fast gescheitert. Für mich als Orgatalent mit leichtem Hang zum Perfektionismus ist es ja undenkbar erst am Gate aufzuschlagen, nachdem das Boarding schon fast beendet ist – aber so war es. Und das kam so.

Flughafen Düsseldorf- langsam, langsamer, Flug fast verpasst

Rechtzeitig, sogar früher als eingeplant, sind wir von Mönchengladbach mit unserem eigenen Auto zum Flughafen in Düsseldorf gestartet. Über Airport Valet Parking hatten wir schon die Abholung und das Parken des Autos vorbestellt. Bis hierhin verlief noch alles nach Plan. Am Check-In von Germania verbrachten wir aber dann schon unendliche unnötige Minuten. Da der Online-Check-In am Vortag nicht funktioniert hatte und es sowieso keinen extra Drop-off-Schalter für das Gepäck gab, mussten sich also alle Passagiere der Boeing 737-700 anstellen, einchecken, Plätze wählen und Gepäck aufgeben. Mit einem Kleinkind sind das unendliche Minuten. Die nächste Warteschlange bildetet sich vor dem Sicherheitscheck, den man mit Kinderwagen auch nur an bestimmten Stellen passieren kann. Der Hauptgrund, warum es vor dem Sicherheitscheck aber stockte und nicht weiterging, waren die fehlenden schwarzen Plastikboxen, in man sein Hab und Gut zur Durchleuchtung legt. Nach dem Körperscanner folgte die übliche Prozedur bei Familien. Alle Flüssigkeiten und die Babynahrung werden gründlich geprüft. Eine Flasche aus der Noah zuletzt noch getrunken hatte, schlug an – wieso nicht, wenn man in Zeitnot ist? Über die Tauglichkeit der Geräte am Flughafen möchte ich jetzt gar nicht philosophieren, immerhin ist nach wie vor Noahs Lieblingsgetränk Wasser mit einem bisschen Apfelsaft. Aber alles erklären, hilft da nix, es musste erst noch ein Bundespolizist anrücken um Noahs Apfelschorle durchzuwinken. Aber damit nicht getan, den obligatorischen Sprengstofftest an unseren anderen Bordgepäck musste auch noch gemacht werden. Ich weiß nicht ob es an meinem Namen liegt oder einer statistischen Korrelation von Passagieren mit Kind und der Wahrscheinlichkeit Anschläge auf Flugzeuge zu planen, aber seit dem wir mit Noah fliegen – und bis dato haben wir 6 Flugstrecken absolviert – habe ich das Gefühl unter Generalverdacht für alles zu stehen. Zuletzt wurde dann auch noch Noahs Wickeltasche so zerwühlt, das mein geplantes schnelles ein und auspacken an der Kontrolle hinüber war. Zum Ordnen blieb nicht allzuviel Zeit, wir hatten mittlerweile nur noch 20 Minuten bis zum Flug. Gefühlt eine Katastrophe. Toilette, einen entspannten Kaffee, Noah wickeln und sich noch etwas auspowern lassen ade! Im Laufschritt bahnten wir uns also den Weg zum Gate und kamen gerade pünktlich als letzte zur Abfahrt des letzten Bus zum Flugzeug dort an. Geschafft! Aber wie…Und dann verkündet die nette Pilotin, dass wir zwar 11.05 Uhr starten sollen – und ich freute mich schon, dass der Flieger ausnahmsweise nicht die gewohnte Verspätung hatte -, dass unser zugewiesenes Startfenster in 35 Minuten liegt. Hach ja, da möchte man doch gerne mal ….

Paphos Flughafen – es geht ja doch

Nach einem angenehmen Flug sind wir dann aber doch fast planmäßig in Paphos gelandet. Und Phaphos gewinnt bis jetzt unter allen Flughäfen, an denen wir bisher immer ewig auf die Auslieferung des Kinderwagens beim Sondergepäck warten mussten, den Preis für die schnellste Bereitstellung von Gepäck und Kinderwagen. So saßen wir dann ungewohnt zügig im Mietwagen und waren auf dem Weg zu unserem kleinen Ferienbungalow bei Coral Beach. Nach einer freundlichen und raschen Einweisung durch unseren Vermieter hatten wir dann ein entspanntes Abendessen in einer netten Taverne. Wir saßen bei angenehm warmen Temperaturen draußen und aßen köstliches Kleftiko mit Kartoffeln und Bauernsalat. Im Anschluss gab es noch eine Runde Nachtbaden mit Noah in unserem Pool. Ein herrlicher Abschluss für diesen adrenalingetränkten Tag. 

Bis die Tage!

Eure 

 

 

 

Ps: Ich kann schon verraten, da ich ja heute mal ein wenig gemeckert habe, dass es in den nächsten Artikeln wieder wie gewohnt unsere Reisebeschreibungen zu tollen Orten geben wird. Das nächste Mal, geht es beispielsweise zum Lara Beach und seinen Steinmännchen.