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Auf Jar Island steigt vom tropischen Strand bei Ebbe das Land stufenweise durch große Felsen unterbrochen an. Hinter der ersten Felsenreihe, deutlich über dem feinen Sandstrand ist der Boden schlammig, Mangroven bestimmen das Bild und überall bewegen sich Cone Shells, bewohnt durch Schnecken oder kleine Krebse. An der nächsten Felsenreihe wird klar, wie hoch hier die Flut kommt. Die Ureinwohner lebten nicht weit darüber, sie hatten also alle ein Zimmer mit Meerblick.

Die Zeichnungen zeigen auch, wie sie sich ernährt haben. Die Fische müssen bei ablaufendem Wasser durch die Felslücken hindurch und konnten so mit Fischreusen gefangen werden. Das Alter der nur in den Kimberleys zu findenden sogenannten Bradshaws, benannt nach dem Erstbeschreiber Joseph Bradshaw, 1892, wird auf bis zu 40.000 Jahren geschätzt, über die Herkunft, und das ist hier ein heikles, politisches Thema, streiten sich die Wissenschaftler. Heikel deshalb, weil sie möglicherweise durch aus Indonesien eingewanderte Stämme geschaffen wurden, die mit den heutigen Nachkommen der Ureinwohner nicht viel zu tun hatten. Auch wird heiß diskutiert, wie diese national bedeutsamen Schätze dokumentiert und erhalten werden sollen.

Das Bad in der traumhaften Bucht – ein sogenannter Kimberly Swim – wurde uns durch die Croc Watch unserer Crew ermöglicht. Begleitet wurden wir von zahlreichen Fischen und BlueSpottet Rays.

Über Mittag kreuzten wir in der Vansitart Bay von Jar Island Richtung Festland zu einer historischen Erinnerung der moderneren Art. Als im zweiten Weltkrieg 1942 Singapur an die Japaner fiel und Bomben auf Darwin geworfen wurden, mussten viele Soldaten evakuiert und von einem Ort zum anderen geflogen werden. Von Perth aus bekam eine brandneue amerikanische DC3 den Auftrag nach Broome zu fliegen. Die Piloten und Funker fanden sich an der Maschine ein, der Navigator fehlte. Die Crew startete schließlich ohne Navigator, da sie sich dachte, es kann nicht so schwer sein die Küste hochzufliegen und nach einer bestimmten Flugzeit in einer Stadt direkt am Meer zu landen. Damit nahm das Schicksal seinen Anfang.

Ohne Navigator verwechselten sie den Winkel für den richtigen Kurs und fanden keine Stadt am Meer. Statt dessen ging ihnen etwa 500km zu weit nordöstlich das Benzin aus und sie suchten einen geeigneten Platz für eine Notlandung. Alle überlebten die Landung auf einer Salzfläche und wurden etwa nach zwei Wochen durch einen Qantas Piloten geborgen.

Wir wurden wieder sicher durch die Reef Prince Crew abgeholt und schaukeln uns mit viel Wind um das Cape Londonderry in den Sonnenuntergang zu unserem nächtlichen Ankerplatz in der Koolama Bay.

Euer