Nicht nur unser Auto musste durch Wasser, wir auch. Zunächst einmal auf dem Weg zur Bell Gorge.
Vom Bushcamp Silent Grove sind es noch etwa 10km ins Land zu fahren bis der Wanderweg zur Bell Gorge beginnt. Der einzige Weg zu den tiefer gelegenen Seen des über Wasserfälle und Stromschnellen verlaufenden kleinen Flusses führt durch Wasser. Da wir auf dem Schiff auf Wet landings vorbereitet waren, haben wir wasserdurchlässige Wanderschuhe dabei.
Die Mühe wurde durch den Zugang zu einem Flußsystem belohnt, das beidseitig durch hohe Steilwände begrenzt war. Springen, Schwimmen, Duschen – unter dem Wasserfall – alles inklusive. Jule fand Zeit zu lesen, während Noah und ich uns stundenlang flussabwärts und wieder hinauf bewegten. Die Nacht kam nach dem Abendessen sehr schnell und wir schliefen müde ein.












Nach 150km Fahrt erreichten wir am nächsten Tag Tunnel Creek, eine 700m lange Röhre im Fels, durch die in der Wet Season das Wasser strömt. Jetzt, in der Dry Season, fließt das knietiefe Wasser nur leicht. Im Tunnel Creek ist es bis auf einen kleinen Einbruch stockdunkel. Daher geht ohne Taschenlampen nichts. Im Licht der Taschenlampen sind die imposanten Gesteinsformationen, Stalaktiten und Stalakmiten gut zu sehen. Die im Creek anwesenden Tiere verraten sich durch ihre Augen. Im Widerschein der Stirnlampen erkannten wir Frischwasserkrokodile an ihren gelben, Spinnen an weißen und Fische an rötlich schimmernden Augen. In der Nähe des Einbruchs nisten Flughunde, die auf sich durch ihre Unterhaltung aufmerksam machen – Bat Chat.















Zu trauriger Berühmtheit ist der Tunnel Creek Ende des 19. Jahrhunderts gekommen. Hier starb 1897 Jandamarra, der sagenumwobene Anführer des Bunuba Volkes, ein Stamm der Aborigines, der lange Widerstand gegen die Landnahme der Weißen leistete. Als historisches Mahnmal stehen noch die Ruinen der Police Station, wo viele Aborigines vor ihrer Exekution eingesperrt waren.

Die letzte Nacht im Busch verbrachten wir auf dem Windjana Campground, nachdem wir noch eine kurze Wanderung in die Windjana Gorge mit ihren beachtlichen Steilwänden hinter uns gebracht haben. Die Frischwasserkrokodile erreichen hier eine beachtliche Größe. Schwimmen ist verboten.





Morgens gegen 5 Uhr kann man Kangaroos auf dem Platz beobachten, anschließend dann auch Raubvögel bei ihrem morgendlichen Putzen.
Leider müssen wir die Kimberley und damit das Outback heute verlassen. Ein letztes Mal lief unsere morgendliche Reifenroutine. Die Fahrt ging nach Süd-Ost über die gut maintainte Fairfield – Leopold Downs Road und über den Great Northern Highway zurück nach Broome. Zu beiden Seiten der Leopolds Down Road standen Boab Trees, unsere Lieblingsbäume, in allen möglichen Formen und Größen, was viele Fotostopps notwendig machte. Anhalten auf der Rüttelstrecke ist immer eine Challenge, da sie bis zu einer Geschwindigkeit von etwa 60km/h schwer zu ertragen ist.





Eure



