04 Sep

Heisse Nächte am Lake Argyle

I fell into a burning ring of fire
I went down, down, down
And the flames went higher
And it burns, burns, burns
The ring of fire
The ring of fire

Heute Abend hatten wir Kino: Nach dem Sonnenuntergang am Lake Argyle, beobachteten wir auf den gegenüberliegenden Hängen den ganzen Abend lang die brennenden Buschfeuer.

Mittlerweile haben wir auch schon etwas mehr darüber erfahren. Durch die „Bewirtschaftung“ der Aboriginies war ganz Australien ein Kulturland (wir Geographen sprechen von Kulturland, wenn es für den Menschen landwirtschaftlich nutzbar gemacht wird). Zum Jahresverlauf der Aboriginies gehörte es während der Trockenzeit das Gras abzubrennen, um neue Nährstoffe in den Boden zu bringen und Platz zu schaffen für neue Pflanzen und auch um unkontrollierten Bränden vorzubeugen. Sie machen das im Juni im Übergang von Yeggt zu Vurrgeng, zwei der 6 traditionellen Jahreszeiten im tropischen Nordteil Australiens. Bis heute gibt es Gegenden, in denen das weiterhin so gemacht wird, vor allem die Gebiete, in denen die Aboriginies heute leben – viele von ihnen ergänzen ihr Einkommen heute auch noch durch traditionelle Jagd und Pflanzen aus der Natur.

Heute Abend kamen die Buschfeuer beängstigend nah. Schon bei der Einfahrt in die Strasse zum Lake Argyle war links und rechts der Strasse wieder alles verkohlt und einige Stellen kokelten noch so vor sich hin, zum Teil brannten Feuer auf den Bergspitzen.
Bis zum Abend und durch den aufkommenden Wind wurden diese dann so richtig angefacht, bis der ganze Bergrücken brannte und wir ernsthaft besorgt waren, wie weit das Feuer in Richtung Campingplatz voranschreiten würde. Mit dem Brandgeruch in der Nase beobachten wir nun schon seit Stunden das Schauspiel. Momentan sieht es danach aus, dass das Feuer nicht mehr genug Nahrung hat und so langsam verglimmt, ausserdem ist wohl die Feuerbrigade von Kununurra mittlerweile unterwegs um das Feuer unter Kontrolle zu bringen.

Heute morgen waren die Feuer auf den gegenüberliegenden Hängen ausgebrannt, dafür hatte es sich aber über Nacht bis in unser Tal vorgearbeitet. Gegen späten Nachmittag standen die Flammen dann an der Zufahrtsstrasse zum See und am Caravanpark. Zeitweise brannte der ganze Hang hinter unserem Camper – der Wind stand aber günstig, sodass sich das Feuer schnell zum Kamm voranarbeitete und wir auch keinen Qualm abbekamen. Wir hörten es allerdings deutlich prasseln und fühlten die Wärme. Hier nur wenige Meter entfernt auf dem Campground blieben alle relaxt, die Feuerwehr wird uns schon evakuieren wenn es nötig wird, war die einhellige Meinung unserer Nachbarn. Wir taten es ihnen also gleich, setzten uns vor unseren Camper, beobachteten das Feuer und tranken erstmal Kaffee.

Humor haben die Australier ja, das haben wir schon öfter festgestellt. Der Sänger, der zur Unterhaltung im Lake Argyle Resort engagiert war, eröffnete jedenfalls „aus gegebenem Anlass“ sein Programm mit Jonny Cashs Ring of Fire.

Es war eine beeindruckende Szenerie und eine interessante Beobachtung der Arbeit der Feuerbrigade, die hier ganz ohne Wasser arbeitet. Sie legen entsprechend der Windrichtung gezielt Feuer, sodass dem Hauptfeuer schnell die Nahrung ausgeht. Möglicherweise nutzen Sie damit die gleiche Technik wie die Aboriginies. Nach relativ kurzer Zeit war der ganze Hang abgebrannt und die Feuer gingen auf unserer Seite aus. Auf der anderen Seite der Bergkuppe brannten sie nachts weiter und liessen den Himmel orange leuchten.

And it burns, burns, burns….

Eure

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